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Mysterium Normseite: Angestaubtes Relikt oder wichtige Basis?

Mysterium Normseite: Angestaubtes Relikt oder wichtige Basis?

 

Verlage und Agenturen fordern sie, Autor*innen und Schriftsteller*innen fürchten sie: Die Normseite wirft bei Kreativen immer wieder Fragen auf. Dabei hat die nach Richtwerten erstellte Seite klare Vorgaben, mit denen die Arbeit an einem Manuskript für alle Beteiligten deutlich vereinfacht wird.

 

Als Normseite wird eine Standardseite definiert, die mit 30 Zeilen je 60 Anschlägen gefüllt ist. Inklusive Leerzeichen ergeben sich daraus 1.800 Zeichen. Auf diesen Wert einigten sich 1992 der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Verband deutscher Schriftsteller im Normvertrag, der die Grundlagen aller relevanten Angaben und Vorgänge eines Verlagsvertrages regelt. Dass dieser Wert als klassischer Richtwert zu verstehen ist, ist aufgrund von Umbrüchen oder Absätzen unvermeidlich.

Bei einer Normseite geht es darum, eine vorgegebene Formatierung einzuhalten. Viele Autor*innen lassen sich von der definierten Zeichenvorgabe abschrecken und tendieren dazu, Zeichen abzuzählen. Dieser Aufwand ist unnötig und blockiert zudem den kreativen Schreibfluss! Kein Verlag oder Lektor*in wird ein Manuskript ablehnen, das die angemessene Zeichenanzahl verfehlt. Es geht viel mehr darum, dass mit einem einheitlichen Schriftbild, die Arbeit des Lesers und das Prüfen erleichtert wird.

 

Augen brauchen Luft zum Atmen

 

Jeder Vielleser kennt die Situation: Wer beim Lesen eines Romans zu lange auf einer Seite verharrt, entwickelt Unruhe. Im wahrsten Sinne des Wortes geht es um das Vorankommen im Buch – in der Story, sowie Seite für Seite. Enge Schriftbilder und erschlagende Textmengen mindern die Leselust. Lektor*innen und Agenturen schätzen diesen psychologischen Effekt, den die folgenden Beispiele verdeutlichen:

 

Beispiel 1: Schriftgröße 9, Abstand 1,0

Dies ist ein Beispielsatz für eine Normseite. Der Satz dient zu Ansichtszwecken, um die Wirkung eines Schriftbildes zu verdeutlichen. Dies ist ein Beispielsatz für eine Normseite. Der Satz dient zu Ansichtszwecken, um die Wirkung eines Schriftbildes zu verdeutlichen.

Luftiger gestaltet sich die folgende Formatierung, die mehr Freiraum auf das Papier bringt.

 

Beispiel 2: Schriftgröße 12, Abstand 2,0

Dies ist ein Beispielsatz für eine Normseite. Der Satz dient zu Ansichtszwecken, um die Wirkung eines Schriftbildes zu verdeutlichen. Dies ist ein Beispielsatz für eine Normseite. Der Satz dient zu Ansichtszwecken, um die Wirkung eines Schriftbildes zu verdeutlichen.

 

Offener, luftiger, einladender: Beispiel 2 beeinflusst die Leselust positiver als die gedrungene Variante in Beispiel 1. Der Selbsttest am eigenen Manuskript hilft, diesen Fehler vor Abgabe zu umgehen. 

 

Gut zu wissen

 

Neben dem Richtwert von 1.800 Zeichen helfen folgende Einstellungen beim Aufsetzen der passenden Normseite für Manuskripte:

·       breiter Abstand zum Seitenrand (mind. 3 cm; gern größer)

·       klassische Schriften wie Arial, Times New Roman oder Calibri verwenden

·       optimaler Zeilenabstand zwischen 1,5 und 2,0

·       Seitenzahlen in der Kopfzeile als auch am Fußende einfügen

·       Zeilennummern nur angeben, wenn es ausdrücklich gefordert wird

·       Name und Titel in Kopfzeile einfügen

 

Ob neues Dokument oder bestehendes Werk: Es lohnt sich, einen prüfenden Blick auf die aktuellen Einstellungen zu werfen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen. Mit wenigen Klicks erhalten fantastische Geschichten und spannende Ideen den richtigen Rahmen, um – mit etwas Glück – auf Verlags- und Agenturseite überzeugen zu können.

 

Es ist der erste Schritt zur optimalen Präsentation, den Autor*innen mit ihrem Werk gehen sollten. Es zeugt von Sorgfalt, ein Auge für Details und Wertschätzung für die eigene Arbeit. Wenn Lektor*innen diese Eigenschaften auf den ersten Blick erkennen, ist eine gute Ausgangsbasis für das zu prüfende Manuskript geschaffen.


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